Rastenburg (ca. 30500 Einwohner) liegt am Fluß Guber, einem Zufluß der Alle.
An dieser Stelle lag ursprünglich eine Siedlung der pruzzischen Barten. Daneben errichtete 1329 der Deutsche Ritterorden eine hölzerne Festung, umgeben mit einem Erdwall und Palisaden. Die Festung und die um sie entstandene Siedlung eroberten und zerstörten die Litauer 1345 und 1348. Wegen der günstigen Lage wurde sie jedesmal schnell wiederaufgebaut. 1350 begann der Ritterorden mit dem Bau einer mächtigen Wehrmauer. 1357 erhielt die Ortschaft die Stadtrechte.
Die Wehranlagen mit 13 Basteien wurden Ende der siebziger Jahre des 14. Jh. fertiggebaut. Die südwestliche Ecke der Mauer bildete eine Kirche mit einer Bastei und zwei zylindrischen Türmchen. Zwei Tore und eine Wasserpforte führten in die Stadt. 1440 trat Rastenburg dem »Preußischen Bund« bei. Es blieb nach dem Dreizehnjährigen Krieg im Gebiet des Ordenslandes. Später gehörte es zum Herzogtum Preußen.
Der Name Rastenburg stammt vermutlich vom pruzzischen «Rast« (Pfahl). Den Namen Ketrzyn erhielt die Stadt 1946 zu Ehren des polnischen Historikers W. Ketrzynski (*1838, † 1918).
Von Interesse ist die gotische Wehrkirche zu St. Georg, errichtet 1359/1407, erweitert nach 1470. Wertvoller Besitz der Kirche sind die Kanzel (1594), der Hochaltar (1609), die »Krümmung des Presbyteriums« und drei eingemauerte Grabplatten aus dem 16. und 17. Jh. (am Ende des Südschiffes). Ein Teil der Kirchenwehrmauer mit Basteien (15./16.Jh.) wurde 1646/56 und in der Mitte des 20. Jh. restauriert, die ehem. Friedhofskapelle aus dem 14. Jh. zuletzt 1817/27 im klassizistischen Stil umgebaut. Heute dient sie der evangelisch-augsburgischen Kirchengemeinde.
Unsere Aufmerksamkeit zieht auch die gotische Ordenshurg (1360-1407) an; sie wurde im 16. und 17. Jh. umgebaut. Heute ist sie Museum und Bibliothek. Das Alte Rathaus stammt aus dem Jahr 1885. Eine neugotische Kirche wurde zum Ende des 19.Jh. Errichtet. Sehenswert ist auch eine masonische Loge (1810), die in den 80er Jahren unseres Jahrhunderts restauriert wurde (jetzt Kulturhaus)